15. oly-e.de-Treffen in der Toskana
Termin
Das war's ...
TOLLy
Orga-Team
Unterkunft
Kosten
Anreise
Programm
Fotowettbewerb
Anmeldung
Teilnehmerliste
Impressum
15. oly-e.de-Usertreffen ... ab in die Toskana
Sven
Gruppenfoto vom 15. oly-e.de-Usertreffen

» Zu den Fotogalerien der Teilnehmer


Nachdem Wolfgang bereits eine E-Mail geschrieben hat mit dem Hinweis, dass er schon fast den Bericht für das 16. oly-e.de-Usertreffen in Wien fertiggeschrieben hat *grins* ... hier nun endlich seine bereits seit langem erwarteten Worte zum TOLLy:

Wolfgangs Bericht zum 15. oly-e.de-Usertreffen in Volterra (Italien)

Zitat aus dem Buch Original toskanische Küche:

"Die Küche ist schlicht, genügsam, unverfälscht, ohne übertriebene Raffinesse ..."

Ein Ort mit einer ganz eigenen Deutung dieser Einschätzung ist das Restaurant "Gallo Nero" in Siena. Eingepfercht an langen Tischen, und damit wehrlos gemacht, wurden 48 Hobbyfotografen mit Köstlichkeiten wie Zuppa die fagioli o ribollita (pastöse Speise von eigenwilliger Farbe und Geschmack), Pici alla boscaiola (Nudeln mit pilzähnlichem Aroma, dafür ganz ohne Pilze), Patate alla fattoressa (angekündigte Kartoffeln, die dann weggelassen wurden), Ceci all'olio d'oliva (Kichererbsen, gegart bis zum Nichterreichen des Garpunktes, serviert in einem Meer von Olivenöl) und als Höhepunkt einem Scottiglia Senese (Knöchelchen verschiedener Tiere, serviert in einer formschönen Keramikschüssel). Das Dessert, Frutta di stagione, bekam der Protokollant dann schon nicht mehr mit, da er inzwischen in Begleitung anderer kulinarischer Banausen die Stätte der Ungastlichkeit in Richtung eines Eiscafes verlassen hatte. Der Verlust hielt sich in Grenzen - das "Obst der Jahreszeit" war ein Apfel.

So ist aber bereits das einzige negative Pünktchen des 15. oly-e.de-Usertreffens abgehandelt und damit weiter zu den Höhepunkten - Schlag auf Schlag.

Blick auf die Villa Palagione
Villa Palagione, unser diesjähriger Stützpunkt, ein Name mit Klang. Ein steinaltes Gemäuer, gelegen an einer Stelle in der toskanischen Landschaft, wo nachts nur die Schritte der auf dem Dachboden nistenden weißen Eulen zu hören sind und das morgendliche Vogelgezwitscher nur vom zarten Klicken der Kameraverschlüsse von bettflüchtigen Fotografen unterbrochen wird. Wo Menschen im Service arbeiten, die Service nicht als Belastung empfinden. Wo es Deutsche gibt, die glatt als Italiener durchgehen und Italiener, die so ganz italienisch sind, von der gemütlichen, untersetzten Köchin bis hin zur niemals stillsitzenden oder gar schweigenden Antonella. Wo ein deutscher Naturfilmer seit 15 Jahren als Hausmeister arbeitet (oder umgekehrt?). Dazu fast 50 leidlich verrückte Bildermacher. Eine Mischung, gut für ein erfolgreiches Usertreffen.
Eine Zimmerdecke in der Villa Palagione
Die 400 Jahre alte Villa ist wie gemacht für Fotografen. Die meisten Zimmerdecken zeigen gleichmäßige, geometrische Bemalungen und sind damit wunderbar für Verzeichnungstests geeignet.

Sogar im Spiegelsaal, der uns die ganze Zeit als Treffpunkt zur Verfügung stand, war die Decke mit Testmustern bemalt. Schonungslos konnte jeder Mangel in der Abbildungsqualität der E-3 aufgedeckt werden. Das unten gezeigte Bild zeigt, dass der Fall "Sensorschiefstellung" der E-3 eines der harmloseren Probleme ist:

Teil der Zimmerdecke im Spiegelsaal
Ganze Bildteile werden einfach verschluckt und die Leerfläche mit Banding aufgefüllt. Hier muss Olympus dringend handeln. Nils und Eric, Pressesprecher, Produktmanager sind alarmiert. Brisanz gewinnt das Ganze dadurch, dass diese Erscheinung nicht nur an der E-3 reproduzierbar war, sondern an allen Modellen der E-Reihe.

Natürlich blieb der Sachverhalt auch einem Journalisten nicht verborgen, welcher den Testergebnissen seiner eigenen Kollegen zur Autofokusgenauigkeit von DSLR im Heft 5/2008 des "Fotomagazin" nicht traute und der sich während des Usertreffens den sachgerechten Gebrauch der E-3 von uns abschauen wollte.

Beruhigend hingegen war der Fakt, dass auch eine heimlich eingeschleuste Canon-Ixus diesen Fehler zeigte.

Wolfgangs Erlebnisse in Pisa
Um gleich bei Problemen zu bleiben. Selbst das E-3-Sensorodersucherschiefstellungsproblem ist schlimmer als bisher vermutet. Bei einem Ausflug nach Pisa, im Vorprogramm zum eigentlichen Usertreffen, gelang dem Autor an bestimmten Orten keine Aufnahme in welcher die Vertikalen zweier nebeneinander stehender Gebäude parallel zum Bildrand verlaufen.

Nach der von vielen Teilnehmern über das Wochenende genutzten Aufwärmphase begann am Montagabend endlich der offizielle Teil des Treffens mit Begrüßungstrunk und einem toskanischen Mahl von vier Gängen und zwei Stunden Dauer. Die allseits beliebte Vorstellungsrunde konnte aber noch vor Mitternacht beginnen. Sie brachte vor allem die Erkenntnis, dass immer jemand anders Schuld an der Anschaffung von Olympus Equipment hat und dass Julia die meisten Verwandten zum Usertreffen mitgebracht hatte.

Die Fingershow am nächsten Morgen war diesmal etwas Besonderes. Nein, nicht wegen der vorgestellten Produkte oder den gelüfteten Geheimnissen.
Eric und Nils
Zunächst einmal wurde sie in aller Ernsthaftigkeit vorbereitet. Dann präsentierte Nils gut präpariert und unter Verwendung aller Marketingfloskeln die E-420 und Eric schwieg. Für Eric eine durchaus nicht zu unterschätzende Leistung.

Der Autor ist sicher, nicht einmal ein Scheibchen der Fingerkuppe des kleinen Fingers des Vortragenden war diesmal in Gefahr. Dem entsprechend war auch der Erkenntnisgewinn für den durchschnittlich informierten Olympus-Fan. Er tendierte stark gegen Null.

Etwas Wissenszuwachs gab es aber am Ende doch. Eric erklärte, warum der E-3 - Autofokus im C-AF Modus sauschnell ist. Normalerweise benötigen AF-Systeme die Bewegung des Objektes durch zwei Sensoren, um Richtung und Geschwindigkeit zu bestimmen. Bei der E3 gelingt, bedingt durch die Zweizeiligkeit der Kreuzsensoren und den Pixelversatz der zwei Linien, die Ermittlung mit nur einem Sensor. Das ist dann die entscheidende 1/100-el Sekunde gegenüber dem Wettbewerb. (Dieser Absatz hat mit Sicherheit den höchsten Informationswert in diesem Bericht. Nur so als Warnung zwischendurch. Damit sich am Ende niemand beschwert.)

Bevor wir dann endlich auf die real existierenden Motive losgelassen werden konnten, lief Eric bei seiner theoretischen Einführung in die Landschaftsfotografie erstmalig zur Höchstform auf. Er erläuterte die Sachverhalte so klar und eindringlich, dass die zum Wettbewerb eingereichten Landschaftsfotos zu 98,27 % regelkonform nach der Drittelregel aufgebaut waren. Seltsamerweise lagen auch die meisten Horizonte in Waage. Ein klares Zeichen dafür, dass der gemeine E-3-Nutzer mit der Zeit die vermeintlichen Schwächen seiner Kamera so verinnerlicht, dass eine cerebral-muskuläre "Sensorschieflagekompensation" erfolgt. Allerdings hatte die Gruppe nicht ausreichend Zeit die kameraabhängigen Toleranzen und die Schnelligkeit der menschlichen Anpassung an jene durch Kameratausch zu verifizieren.

Der Mittwoch war geprägt durch Kochkurs und einen Workshop zur Lebensmittelfotografie. Der zum Fotografieren ausgewählte Markt stellte sich aber als südostasiatisch dominierter T-Shirt- und Jeans-Handelsplatz mit nur minimalem Food-Anteil dar.

Der Schreiber nahm glücklicherweise am Kochkurs teil. Folgende Erkenntnisse konnte er dadurch gewinnen:

  • Olivenöl ist eine Hauptkomponente der toskanischen Küche
  • Man kann auch mit stumpfen Messern Tomaten sehr fein würfeln und zwar so viele, dass diese für die Bruschetta der ganzen Restgruppe reichten. Eine durchaus sensible Art der Ausbeutung
  • Toskanische Hausfrauen kaufen ihre Pasta im Supermarkt. Nur durch sanften aber bestimmten Druck gelang es, eine Köchin zu überzeugen, uns in die Geheimnisse der Herstellung hausgemachter Pasta einzuweihen
  • Friederike hat: "... auch Spaß mit toten Tieren" (Zitat)
  • Es gibt schlimmere Möglichkeiten 65 Euro zu vergeuden
San Gimignano, das Manhattan des Mittelalters
Zum ersten fotografischen Höhepunkt entwickelte sich am Abend die "Blaue Stunde" in San Gimignano, dem Manhattan der Toskana. Der Vergleich mit Manhattan ist zwar übertrieben was die Turmhöhen betrifft aber nicht in Bezug auf die Touristenströme. Glücklicherweise verlassen aber die Busse der Standardtoskanatouristen solche Orte vor Einbruch der Dunkelheit. Damit stand uns das gesamte Stadtgebiet mit all seinen Motiven zur freien Verfügung, da die Einheimischen nach dem Tagesstress anscheinend früh zu Bett gehen.
San Gimignano, das Manhattan des Mittelalters
Der Donnerstag - ein wahrer Höhepunkt. Der ganze Tag stand für die Besichtigung und das Knipsieren der Stadt Siena zur Verfügung. Die Fülle der Informationen und Eindrücke ist nicht auszudrücken. Vier davon beeindruckten besonders:

  • Ein Stadtführer, der am Ende des Rundgangs nicht nur von drei kameralosen Ehefrauen (Freundinnen, Lebensabschnittspartnern u.v.a.m) begleitet wird, sondern von der Mehrzahl der Gruppe, weil seine Schilderungen so lebhaft waren, dass man teilweise das Fotografieren vergessen konnte.

  • Ein Dom dessen fertig gestellte Teile wunderschön sind und die Teile, die nicht fertig wurden auch heute noch demonstrieren, dass Größenwahn nicht zum Ziel führt.

  • Die Geschichte vom Pferderennen, bei welchem das Pferd gewinnt, der Jockey das Geld bekommt, der Zweitplatzierte schlechter dran ist als der Letzte und bei dem man als Zuschauer im Falle eines menschlichen Rührens eine Ohnmacht heuchelt, um über die Köpfe der Anderen hinweg aus dem Innenraum gereicht zu werden.

  • Ein Restaurant, dass ... aber darüber hat der Autor ja schon am Anfang geredet!
Am Abend dann - "Man muss immer rauf, damit man runterschauen kann" ist die Übersetzung einer österreichischen Weisheit, die uns Christian in Originalsprache während des Kommentars zu seiner Diaschau über Neuseeland schenkte. Nur Dank der Übersetzung durch Sabine, die, obwohl derzeit im hohen Norden lebend, scheinbar dieses gar fremden südlichen Idioms mächtig ist, gelang es dem verbalen Teil des Vortrages bruchstückhaft zu folgen. Zum Glück spielt ja aber bei einer Diashow der visuelle Eindruck die größere Rolle und der war teilweise schon sehr beeindruckend.

Nach einer weiteren kurzen Nacht ging es am Freitag im Konvoi über die Dörfer, geführt von einem Kenner der Toskana, Naturfilmer und Faktotum der Villa Palagione. Die geplante Mittagspause auf einer Schaffarm musste ausfallen, da die Schafe, im Gegensatz zu den Menschen auf dem ersatzweise besuchten Weingut, einen italienischen Nationalfeiertag begingen. Der eingangs zitierte Satz: "…Die Küche ist schlicht, genügsam, unverfälscht, ohne übertriebene Raffinesse…….." bekam hier auf einmal Sinn. Wir wurden mit soviel einfachen, wohlschmeckenden, frischen Köstlichkeiten verwöhnt, dass die Episode im "Gallo Nero" deutlich überkompensiert wurde. Es war einfach Wohlfühlen auf bestem Niveau!

Bevor das Treffen zielsicher dem krönenden Abschluss mit Wettbewerb und Bildbesprechung zusteuerte, unterbrach Reinhard den Spannungsbogen am Abend noch einmal mit einem heiter, bildhaften Vortrag zu ernsten Fragen des Rechts beim Fotografieren und beim Veröffentlichen der Bilder. Zwei wesentliche Zitate nur, da selbst eine geraffte Inhaltsangabe den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde:

"Fußballer und Kriminelle sind zeitweilige Personen der Zeitgeschichte"

... und ...

"Ich darf nicht einbrechen und dann die Fotos der Räume veröffentlichen"

Den Abschluss der schönen Tage in der Toskana bildeten der Fotowettbewerb und die anschließende, von Eric gewohnt souverän (obwohl diesmal eine gewisse beginnende Altersmilde zu spüren war) geführte Bildbesprechung zu den Themen "Landschaft" und "Food". Beide Siegerbilder könnten in ihrer Entstehung nicht gegensätzlicher sein und waren in der Platzierung so unumstritten wie nie zuvor. Dieter hatte in absolut professionell kreativer Manier ein Glas Rotwein (Food) in abartiger Position (das Glas - nicht Dieter!) im Studio abgelichtet und Pamela hat uns bewiesen, dass man für ein Siegerbild (Landschaft) nicht 50 Jahre Erfahrung als Fotograf, sowie technische Detailkenntnisse über Sensoren, AA-Filterdicken, Dynamic Range und optische Gläser benötigt oder gar einen Fotorucksack mit 18 kg HiTec der neuesten Generation, sondern hauptsächlich das Auge und das Gefühl ein Motiv zu erkennen.

Die Siegerfotos ...
Ja, was bleibt dann noch wichtiges?

Journalisten sind auch Menschen und können sogar fotografieren (zumindest kennen wir jetzt einen!). Yvonne hat neuerdings kurzes Haar, ihre berühmte Mütze nicht mit und kommt seit sie in Begleitung von Beat ist nicht mehr als Letzte zum Treffpunkt. Oliver steht auf Strommasten und Heiko nimmt immer mehr auf, damit er mehr wegschneiden kann.

Bevor der Schreiber jetzt in nostalgische Schwermut verfällt, noch einmal Danke an Tonia und Sven für die Organisation, an Stefan für "oly-e", an Nils (in Vertretung der ganzen Firma Olympus) für das Sponsoring und die (diesmal nicht sehr geforderte) Bereitschaft Gliedmaßen zu opfern. Eric hat weniger gesagt als sonst, trotzdem auch dafür Danke. Danke an meine Eltern, meine ... aber das gehört eigentlich schon wieder nicht mehr hierher.

Zum Schluss - wie immer: "Nach dem Treffen ist vor dem Treffen!"

Bis bald in Wien.

Aber nicht weitersagen ...
PS:
Einen Hinweis auf das nächste Kameramodell konnte sich Eric dann doch nicht verkeifen. Aber nicht weitersagen!








Vielen Dank :-) an Wolfgang für diesen Bericht *nick*nick*


» Zu den Fotogalerien der Teilnehmer